Eine Insel, die ist lustig, eine Insel die ist schön!
Und doch ist es manchmal herrliche, etwas anderes zu seh’n…
So, genug gereimt und ab zur Sache:
Es hört sich verwegen an, dass man auf den Malediven arbeitet und dann auch noch Urlaub machen möchte. Aber so schön unserer Insel auch ist und so sehr ich meinen Job liebe, habe ich mich richtig auf ein bisschen Abstand und “normale Zivilisation” gefreut. Und was könnte als Kontrastprogramm besser sein, als eine Großstadt?
Also ab in den Flieger und auf nach !!!
Meine ToDo-Liste für heute:
1. Einen Reisecheck einlösen
Seit mittlerweile 11 Jahren schleppe ich diese Rarität mit mir durch die Gegend und mittlerweile will die Dinger keiner mehr haben. So auch die zahlreichen Wechselschalter am Flughafen in Bangkok obwohl dort groß die Wechselpreise für T/C, also Traveler-Cheques, angeschrieben sind. Der lila Schalter schickt mich zum blauen Schalter, der blaue zum Grünen und der Grüne zum nächsten Lilanen. Ein bisschen kam ich mir vor wie bei Asterix und Obelix, als sie im “Haus das Verrückte macht” den Passierschein A38 holen sollen. Ganz am Ende des Flughafens wurde ich jedoch dann doch noch fündig, quasi an der Mutterstation der Wechselstuben. Allerdings dauerte es noch einigen Telefonate und 3 Unterschriften, die ich auf den Scheck malen musste, weil ihm die Ähnlichkeit zu meiner Unterschrift vor 11 Jahren nicht groß genug war, bis ich stolze Besitzerin von knapp 2000 Thai-Baht war.
2. Mit dem Zug in die Stadt fahren
3 Fingertipser auf dem Touchscreen vom Ticketautomat – ok, ich untertreibe, es waren 4: Ich war so frei und habe die Sprache auf Englisch umgestellt. Rund 1,10 € in den Automaten gestopft, einen kleinen runden Token bekommen, mit dem ich souverän die Zulassungsschranken überwinden konnte, genau 7 Sekunden vor Abfahrt am Zug angekommen und eingestiegen und nach 20 Minuten wohlbehalten an der gewünschten Zielstation angekommen.
So einfach sollte es überall sein!
3. Mein Hotel finden
Ich frage mich bis jetzt, wie ich es mit traumwandlerischer Sicherheit geschafft habe auf Anhieb mein Hotel hier zu finden. Und dabei hatte ich nur den doch sehr stilisierten Anreise-Überblicks-Plan des Hotels. Es fängt ja schon damit an, dass die Bahnstationen ungefähr 3- bis 5-stöckig sind und Ausgänge in alle Himmelsrichtungen haben. Und die Angabe des Hotels, dass es nur 30 Meter bis zur Bahn sind, stimmt zwar, aber nur, wenn man die direkte Luftlinie nehmen kann. Das mit dem Tauchen klappt bei mir zwar schon ganz gut, aber das Fliegen muss ich noch ein bisschen üben, weswegen ich dann doch lieber den gut 1km langen Landweg gewählt habe. Wer baut denn auch ein Hotel ins absolut letzte Eck eines Sackgassenviertels. Dafür ist es schön ruhig und bis vor in den Trubel sind es trotzdem nur 500 Meter.
4. Sich massieren lassen
Das war wohl die einfachste Aufgabe heute:
Termin beim CheckIn an der Rezeption gemacht, um 1 Uhr in der Lobby gestanden, 5 Meter nach nebenan ins Spa gegangen und mich dort 2 Stunden mit einer Aromaöl-Massage und einer Gesichtsbehandlung verwöhnen lassen. Da war ich sicher nicht zum letzten mal.
5. Was zu Essen erstehen
Also Angst haben zu verhungern muss man hier wirklich nicht haben, hier gibt es wortwörtlich an jeder Ecke etwas und ich habe heute schon einige Möglichkeiten durchprobiert:
Kakao und Rosinenbrötchen aus dem Supermarkt zum Frühstück.
Gebratene Ente mit Basilikum, Reis und undefinierbarer Suppe auf dem Foodcourt zum Abendessen.
Softeis mit Schokohülle von der amerikanischen Fast-Food-Kette zum Nachtisch.
Frische Ananas und Papaya vom fahrenden Verkäufer auf der Straße und thailändische Knabbereien aus dem Supermarkt für Zwischendurch.
Leider habe ich schon wieder viel zu viel gesehen, was ich alles noch probieren will, solange ich hier bin. Aber erst mal bin ich auf das Frühstück morgen früh gespannt – wer mich kennt, weiß ja was für ein Frühstücksfan ich bin. Ich freu mich ja sogar schon beim Frühstücken auf das Frühstück am nächsten Morgen.
Und geshoppt habe ich auch schon – aber nur ein bisschen, das Angebot ist hier einfach überwältigend, das muss man erst mal sondieren. Insgesamt 6 Stunden war ich heute im MBK – einer riesigen Mall für all die Sachen, die “selbstverständlich” Original sind *hüstel* und ich habe vielleicht 10% gesehen. Ok, viel wiederholt sich, aber es ist echt eine absolute Reizüberflutung – vor allem nach meinem beschaulichen Inselleben.
Und wer denkt, wenn die Läden zumachen ist Schluss, der irrt gewaltig – auf der Straße geht es dann erst richtig los. Überall werden kleine Stände und Tische aufgebaut wo das Schauen und Feilschen munter weitergeht. Problem hier – man kann eigentlich nichts anprobieren. Man braucht also ein gutes Augenmaß, Körpergefühl und Vorstellungsvermögen, wie das Stück Stoff vom Bügel denn live an einer Person so aussehen wird. Aber ich muss sagen, mit 3 von 4 perfekt passenden Teilen habe ich mich ganz gut geschlagen. Und alles was nicht passt, kommt halt als Mitbringsel in den Koffer.
Soviel erst mal von meinem ersten Tag in Bangkok.
Natürlich war auch immer brav die Kamera dabei und sobald ich hier ein Internet finde, dass mich – im Gegensatz zum Hotelnetz – auf YouTube zugreifen lässt, findet ihr dann hier auch mein :
Huiii da hast Du ja definitiv schon viel unternommen.
)
Ich vermisse die Fussmassagen dort für 2,50EUR (mach bitte eine für mich mit), das MBK wo selbst ich mal vom Shopping begeistert war, das leckere Essen, die freundlichen Leute – einfach alles. Na, ich hoffe aber doch auch, dass Du a bisserl Kultur machst. Den Palast bitte und den liegenden Buddha nebenan. Das sollte doch definitiv drin sein.
Oooh und hättest was gesagt, den Passierschein A38 hab ich….von wem nur??? ;o)))
Have fun und remember “one size fits all” – da braucht man nix probieren und das Gekicher nach dem Satz sollte man dezent überhören ;o))